Chronik der FW/PWG Alzenau e. V.

Die Freie Wähler/Parteilose Wählergemeinschaft Alzenau e. V. (FW/PWG Alzenau) besteht 65 Jahre. Seit mehr als 6 Jahrzehnten ist sie im Alzenauer Stadtrat präsent und hat das politische Leben in der ehemaligen Kreisstadt entscheidend mitbestimmt.

Am 24. Januar 1952 trafen sich erstmals Alzenauer Bürger, um eine unabhängige kommunale Wählervereinigung in Alzenau zu gr ünden. Dies wurde durch den Heimatboten Schöllkrippen veröffentlicht.

Ziel war es, die Entwicklung Alzenaus voranzutreiben.

In der Grnüdungsversammlung wurde beschlossen, sich den Namen „Parteilose Wählergemeinschaft Alzenau“, kurz PWG Alzenau zu geben.

Als Gründungsmitglieder wurden Georg Zeller, Willi Wombacher und Albert Heilos genannt.

Am Dienstag, den 04.03.1952 erklärten sich 16 politisch interessierte Bürger in der Gastwirtschaft „Gambrinus“ bereit, als Parteilose für den Alzenauer Stadtrat zu kandidieren. Gleichzeitig ist die Niederschrift dieser Versammlung das erste schriftliche Dokument der PWG.

Versammlungsleiter war Georg Zeller, sein Schriftführer Willi Wombacher, sowie als weitere Wahlvorstände Maria Uftring als 1. Beisitzerin und Walter Ritter als 2. Beisitzer.

Die geheime Wahl ergab die Kandidatenliste in folgender Reihe:

  •  
  •  1) Stein Willy, Lagerist
  •  2) Wombacher Willi, Bankkaufmann
  •  3) Heilos Albert, Bauer
  •  4) Emmel Carl, Glasermeister
  •  5) Ritter August, Werkmeister
  •  6) Uftring Fritz, Dreher
  •  7) Höfler Josef, Bauer
  •  8) Zeller Georg, Bauingenieur
  •  9) Klüber Karl, Fabrikant
  •  10) Emmel Josef, Werkzeugmacher
  •  11) Pfaff Eduard, Kaufmann
  •  12) Ritter Walter, Rotkreuzangestellter
  •  13) Schubert Franz, Rentner
  •  14) Schuck Josef, Drogerieinhaber
  •  15) Zeller Oskar, Kfz.-Handwerker
  •  16) Meyer Karl, Krankenhausverwalter

Bei den Stadtratswahlen 1952 erhielt die PWG Alzenau von den insgesamt 33077 gültigen Stimmen 11456. Sie war damit auf Anhieb mit 6 Sitzen die stärkste Fraktion im Alzenauer Stadtrat.

Die ersten PWG-Bürgervertreter in Alzenau waren von 1952 bis 1956: Willi Wombacher (dieser wurde auch 2. Bürgermeister)

  •  Albert Heilos
  •  August Ritter
  •  Georg Zeller
  •  Eduard Pfaff
  •  Carl Emmel

Die fünfziger und sechziger Jahre waren die „Blütezeit“ der Alzenauer PWG, denn auch 1956 waren sie mit sechs Volkvertretern im Stadtrat präsent: August Ritter, Eduard Pfaff, Albert Heilos, Georg Zeller (bis 1958), Oskar Zeller, Carl Emmel und Otto Neumann (ab 1958).

Prominentester PWGler war zu jener Zeit sicherlich der unvergessene Willi Wombacher, der von 1952 bis 1956 als 2. und von 1956 bis 1972 als 1. Bürgermeister die Stadt Alzenau vertrat. Wombachers Hauptanliegen war die Ansiedlung von Industriebetrieben und damit die Schaffung wohnortnaher Arbeitsplätze. Gesunde Finanzen lagen ihm ebenso am Herzen wie die Stadtkernsanierung, die unter seiner F ührung begonnen wurde.

1. Bürgermeister von Alzenau
Willi Wombacher von 1956 – 1972

Die Fusion der Stadt Alzenau mit Albstadt, Kälberau und Wasserlos im Jahre 1972 sowie mit Michelbach und Hörstein 1975 brachten umfassende Veränderungen.

Vor der Fusion mit den Nachbargemeinden folgte ein „Zwischentief“.

1972 entsandte die PWG mit Willi Wombacher, Josef Sticksel, Adolf Wombacher und Artur Heinl nur noch 4 Vertreter in den Alzenauer Stadtrat.

Ein Grund war sicherlich, dass es in den größeren Gemeinden Michelbach, Wasserlos und Hörstein keine „Parteilosen“ gab und deshalb die Unterstützung fehlte. Zu dieser Zeit hatte das Denken in Parteikategorien mehr und mehr Platz gegriffen; außerdem waren wegen der Größe der Stadt Alzenau die Kandidaten den Bürgern nicht mehr so häufig persönlich bekannt.

Auch 1975 zogen die genannten Politiker wieder in den Stadtrat ein.

Von 1978 bis 1984 waren Birgit Heßler, Willi Wombacher (bis 1980), Josef Sticksel, Adolf Wombacher und Helmut Manger (ab 1980) f ür die PWG dort aktiv.

1984 schrumpfte die PWG-Mannschaft im Plenum der Volksvertreter auf drei Mitglieder: Josef Sticksel (bis 1987) Birgit Heßler, Adolf Wombacher und Gunter Schuck (ab 1987).

Den Fraktionsstatus verloren die PWGler 1990, als nur Birgit Heßler und Gunter Schuck einzogen.

1996 hatte die PWG zwischenzeitlich wieder drei Fraktionsangehörige (Birgit Heßler, Erik-Sören Larsen und Peter Lenhardt) in der Alzenauer Bürgerver-tretung dabei.

In den darauffolgenden 2 Legislaturperioden waren wieder nur zwei Stadträte aus den Reihen der PWG:

2002 bis 2008: Erik-Sören Larsen, Peter Lenhardt (bis 2006) und Ralph Ritter (ab 2006)

2008 bis 2014: Peter Lenhardt und Ralph Ritter.

Seit 2014 sind wir aktuell wieder mit 3 Sitzen vertreten. Dies sind Peter Lenhardt, Ralph Ritter und Michael Roßmann.

Außerdem stellen wir zurzeit mit Ralph Ritter wieder einen stellvertretenden Bürgermeister.

Ein Hauptanliegen der FW/PWG Alzenau sind „gesunde“ finanzielle Verhältnisse der Stadt Alzenau. Ebenso steht die Weiterentwicklung der Stadt auf unserer Agenda.

Eine leistungsfähige Infrastruktur, eine weitsichtige Wohnraumplanung sowie eine engagierte Wirtschaftspolitik sind weitere PWG-Anliegen.

Übrigens gab es bei der PWG Alzenau bis 21. März 1975 keine Vorstandschaft im Sinne eines eingetragenen Vereines. Es gab bei den jeweiligen Sitzungen lediglich einen Versammlungsleiter sowie einen Schriftführer.

Seit 1972 war die PWG straffer organisiert. Eine erste Satzung wurde erlassen.

Den Vorsitz der PWG Alzenau führten

  •  1972 – 1975 Helmut Manger
  •  1975 – 1985 Josef Sticksel
  •  1985 – 1990 Josef Zeller
  •  1990 – 1996 Erik Sören Larsen
  •  1996 – 2010 Peter Lenhardt
  •  2010 – 2014 Horst Schreiner
  •  Seit 2014 Timo Elsesser

Bei der Jahreshauptversammlung am 21. Juli 1995 im Gasthaus „Zum Freigericht“ wurde beschlossen, die PWG in das Vereinsregister eintragen zu lassen. Der Grund hierfür war ein neues Gesetz, welches die Gleichstellung von Wählergruppen mit Parteien regelt.

Gleichzeitig wurde eine neue Vereinssatzung beschlossen, welche von Peter Lenhardt, Hans-Jörg Berger und Manfred Soter ausgearbeitet wurde.

So wurde mit der Eintragung am 08.05.1996 in das Vereinsregister aus der PWG Alzenau der Verein FW/PWG Alzenau e. V.

Die Vorstandschaft im Jubiläumsjahr:

  •  1. Vorsitzender: Timo Elsesser
  •  1. Stellvertreter: Ralph Ritter
  •  2. Stellvertreter: Michael Emmel
  •  Kassierer: Siegfried Schweitzer
  •  Schriftführer: Manfred Soter
  •  Kassenprüfer: Werner Bott und Marco Siebeneicher
  •  Beisitzer: Conny Ifftner und Ralf Schöneberg, Peter Lenhardt und Michael Roßmann (lt. Satzung)

Der Verein hat im Jubiläumsjahr 30 Mitglieder.

Einziges Ehrenmitglied ist Birgit Heßler, die von 1978 bis 2002 die PWG im Stadtrat vertrat.