Die Zusammenhänge sehen

Bürgermeisterwahl: Der FW/PWG-Bewerber Ralph Ritter will auf tiefgreifende Entwicklungen reagieren

Alzenau Die Freien Wähler/Parteilose Wählergemeinschaft Alzenau (FW/PWG)

haben vorgestern Abend Ralph Ritter einstimmig zu ihrem Bürgermeisterkandidaten gewählt.

Dem 37-Jährigen soll es gelingen, sich gegen drei Mitbewerber durchzusetzen

und die Nachfolge von Walter Scharwies (CSU) anzutreten. Gewählt wird am 3. Juli.

Foto Gratulation

Die ersten Gratulationen nach der offiziellen und einstimmigen Aufstellung. Von links: Fraktionssprecher Peter Lenhardt, Ralph Ritter, Landtagsabgeordneter Hans Jürgen Fahn und Vorsitzender Horst Schreiner.

Foto: Michael Müller

Ralph Ritter, aktuell dritter Bürgermeister der Stadt, präsentierte sich den 15 stimmberechtigten Mitgliedern und den zehn Gästen im Domidion-Saal der »Alten Post« als fest verwurzelter Alzenauer, der bei der Kommunalpolitik die größeren Zusammenhänge sehen will.

»Viel ehrliche Zustimmung«

»Viel ehrliche Zustimmung« habe er erfahren, seit erstmals von seiner Bewerbung berichtet wurde, sagt Ritter. »Das hat mich bestärkt in der Ansicht, dass eine Chance besteht, aus meiner Kandidatur einen Wahlsieg zu machen.«

Ralph Ritter ist Kraftfahrzeugmeister bei Mercedes Kunzmann in Alzenau, 2002 hat er bei der Handwerkskammer Bamberg erfolgreich den Betriebswirt im Handwerk abgelegt. Er ist verantwortlich für den organisatorischen Ablauf in der Werkstatt des Unternehmens. »Ich bin täglich Teil eines Teams, ich bin Koordinator und Motivator.« Eigenschaften, mit denen er auch im Rathaus »in Teamarbeit mit kompetenten und angagierten Mitarbeitern« klarkommen will.

Dass es für Ritter ohne den Blick über den Tellerrand in der Kommunalpolitik nicht mehr geht, machte er an mehreren Beispielen deutlich. Auch Alzenau müsse die demografische Entwicklung, den Klimawandel, aber auch »die rasant fortschreitende technische Entwicklung insbesondere im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien« im Blick haben. Im Wettbewerb der Kommunen sei die Kinder- und Familienfreundlichkeit einer Kommune zum gewichtigen Standortfaktor für ansiedlungswillige und ansiedlungsbereite Unternehmen geworden. »Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss eine Selbstverständlichkeit werde, die Betreuungskette von der Krippe zur Ganztagsschule muss zügig weiter ausgebaut werden«, meint Ralph Ritter.

Familien soll es möglich sein, in Alzenau bezahlbaren und qualitativ hochwertigen Wohnraum zu finden - mit kurzen Wegen zu Kindergärten, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten. Zu verhindern sei, dass »unsere Familien« abwandern oder sich über Jahre hinweg finanziell völlig verausgaben müssen.

Trotz dieser Aussagen mag sich Ralph Ritter mit Wahlversprechen zurückhalten. »Die Vergangenheit hat oft genug bewiesen, wie schnell aus einem Wahlversprechen ein Wahlversprecher wurde.« Dennoch sagt er auch, dass er finanzielle Spielräume der Stadt nutzen will, »um den Gebäudebestand in einem sehr modernen, zukunftsträchtigen Maße energieeffizient zu machen.« Seine Vorhaben sollen nicht mit dem Ziel des »stetigen Schuldenabbaus« kollidieren. Mittel- bis langfristig sei die Schuldenfreiheit der Stadt Alzenau anzustreben. Ritter setzt auf eine »transparente Politik«, auf eine freundliche und serviceorientierte Verwaltung und eine engagierte, solidarische Bürgerschaft mit einer aktiven Vereinsarbeit. »Die Vereine zu fördern ist eine der besten Investitionen, die eine Kommune tätigen kann.«

Michael Müller: Main-Netz vom 26.03.2011

 

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