Zwei neue Scharwies-Stellvertreter

Generationswechsel: Alexander Legler (CSU) und Ralph Ritter (Freie Wähler) von neuer Rathauskoalition gewählt

Alzenau   Die bereits im Vorfeld abgesteckten Absichten der Rathaus-Fraktionen (wir berichteten am 19. April) setzten die Stadträte in ihrer konstituierenden Sitzung am Donnerstagabend konsequent um. Weil die CSU bei der Wahl am 2. März einen Sitz verlor, ging sie auf die Suche nach Partnern und fand diese mit den Freien Wählern und der FDP. Die neue bürgerliche Rathauskoalition zeigte bei der Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter Flagge.

Mit jeweils 16 von 25 Stimmen wurden Alexander Legler (CSU, 30 Jahre) als Zweiter Bürgermeister und Ralph Ritter (Freie Wähler, 34 Jahre) als Dritter Bürgermeister gewählt. In beiden geheimen Wahlgängen musste sich Gerhard Dehn (SPD) mit je neun Stimmen begnügen. Diese kamen wohl von SPD, Grünen und der Kälberauer Liste.

Die bisherigen Bürgermeister–Stellvertreter traten nicht mehr an. Helmut Schuhmacher (CSU) war neun Jahre Zweiter Bürgermeister in Alzenau, Irene Treffert (SPD) amtierte 24 Jahre als Dritte Bürgermeisterin. Treffert bedauerte bei der Nominierung der Kandidaten, den politischen Schwenk der CSU hin zu neuen Partnern. Dies sei der Grund gewesen, warum die SPD mit Gerhard Dehn einen Gegenkandidaten ins Rennen schickte. Sie wies darauf hin, dass die Freien Wähler verglichen mit der SPD weniger als die Hälfte der Stimmen auf sich vereinigen konnte.

Dehn zeigt sich enttäuscht In einer Erklärung, die unsere Zeitung gestern erreichte, knüpft SPD–Fraktionsvorsitzender Dehn an dieses Wahlergebnis an und bedauert „die enttäuschende Entwicklung”. Trotzdem werde die SPD weiterhin , eine sachbezogene Kommunalpolitik betreiben.

Weniger Verdruss gab es bei der Entscheidung zur Größe der Ausschüsse und der Verteilung der Sitze. Einstimmig votierten die Ratsmitglieder für das rechnerische Verfahren nach Hare–Niemeyer, um die Zahl der Sitze für die Fraktionen zu ermitteln.

Ausschüsse vergrößert Wegen der Bedeutung der Ausschüsse und um die Größe der Fraktionen dort besser zu berücksichtigen, so argumentierte CSU–Fraktionssprecher Bernd Pontani, wurden diese von acht auf zehn Sitze aufgestockt.

Das beschloss der Rat mit 21 (CSU, SPD, Freie Wähler und FDP) gegen vier Stimmen (Grüne und Kälberauer Liste). Beschlossen wurde auch die Höhe des Sitzungsgeldes. Es beträgt 30 Euro für jedes Ratsmitglieder pro Sitzung. Für Fraktionssitzungen wird der gleiche Beträge bezahlt.

Auch die monatlichen „Entschädigungen” für die stellvertretenden Bürgermeister wurden festgelegt. Der Zweite Bürgermeister erhält demnach 405 Euro, der Dritte Bürgermeister 202 Euro.

Bei der Besetzung der Ausschüsse konnten die Fraktionen ihre jeweiligen Vorschläge einbringen. Diskussionen dazu gab es nicht. Volker Reinhart von der Kälberauer Liste, der als Einzelkämpfer keine Fraktion bildet, gehört keinem Ausschuss an. Er bedauert dies und sieht sich „von Entscheidungen ausgeschlossen”. Reinhold Offermann

MAIN-Echo vom 10./11./12.Mai 2008